Foto: Helmhaus Zuerich / FBM Studio Zuerich

Eine Ausstellung für Dich, Helmhaus Zürich

Aus der Ausstellungspublikation:
Fuck you! Irgendwann war das sogar ein Titelkandidat für diese Ausstellung. Du kannst auch nerven. Das Du kann auch nerven. Ist ja auch klar. Bei Vreni Spieser steht Fuck You auf einer kurzen Hose. Sowohl die kurzen Hosen als auch der äusserst kurze Satz stammen aus einer früheren Beziehung Vreni Spiesers.
Auf der Fahrt mit einen Frachtschiff nach Argentinien hat Vreni ihren späteren philippinischen Lebenspartner kennengelernt. Sie hat diese komplexe Beziehung bereits in zwei Arbeiten publik gemacht, nun legt sie die Kleider des Partners vor, die dieser bei Vreni zurückgelassen hat. Darin eingefärbt, mit einer japanischen Färbetechnik, sind Auszüge aus verschiedenen digitalen Chats der letzten sechs Monate der Beziehung, die oft die einzige direkte Verbindung zwischen der Schweiz und den Philippinen waren.
Um sie ganz zu lesen, musst du die Kleider in die Hand nehmen und umdrehen. Anziehen darfst du sie natürlich nicht. Die Kleider gehören ja nicht Dir. Sie gehören einem anderen Du. Das für ein Ich einmal ganz zentral war. Und das dann irgendwann auch mal Fuck you schrieb.
Text: Daniel Morgenthaler